Wie ich nach Bad Rodach kam
Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
verehrte Gäste,
Frau Johanna Lang hatte im vergangenen Jahr Ihren 94. Geburtstag. Sie ist eine positive, hellwache, aktive und lebenserfahrene Dame. Wir unterhielten uns und vereinbarten, dass sie einmal erzählt, wie sie nach Bad Rodach kam und wie sie es hier findet.
„Johanna Lang – meine Geschichte:
Nein – in so einem hohen Alter zieht man doch nicht mehr um! So haben mehrere Nordhalbener geredet, als sie von meiner Absicht hörten, wegzuziehen – einen so alten Baum verpflanzt man doch nicht. Ich erwiderte: Wenn die Wurzeln noch gut sind, geht das.
Meine Tochter, in Heldritt wohnend, machte mir den Vorschlag: Zieh nach Rodach, wir hätten da eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit Aussicht auf den Georgenberg.
Dann fuhr ich einmal mit hin und schaute mir alles an. Es gefiel mir gut, vor allem die große Terrasse. Auch war die Wohnung so zugeschnitten, dass ich meine alten schweren Möbel unterbringen konnte.
Im August 1996 war es dann so weit, der Möbelwagen stand vor der Tür. Mit Hilfe meiner Tochter und meines Schwiegersohnes war bald alles eingeräumt und mir begann es in Bad Rodach zu gefallen, wenn ich auf der Terrasse war und die Berge mit dem Aussichtsturm sehen konnte.
Bald spürte ich auch, was es bedeutet, in einem Kur-Ort zu wohnen. Ich kann jetzt im Kur-Park spazieren gehen, danach im Kur-Hotel Kaffee trinken und sogar bis zu meiner Wohnung schauen. Besonders genieße ich auch ins Thermalbad zu gehen – mal in warmes, mal in kälteres Wasser, nicht zu vergessen Sole- und Dampfbad.
Meine Tochter nimmt mich mit nach Heldritt zu Gottesdiensten in der Nikolaus-Kirche, aber auch nach Coburg in die Moritzkirche, sie singt ja im Bach-Chor.
Hier in Bad Rodach gibt es die Abend-Andachten in der Salvator-Kirche, die ich gerne besuche. Schon allein der Name der Kirche erinnert mich an meine Jugend, die ich in Breslau verbracht habe. In einer Salvator-Kirche wurde ich konfirmiert. An einen sehr schönen Sonntag im Herbst 2008 erinnere ich mich gern, als mich Herr Pfarrer Munzert zur Gnaden-Konfirmation in die Margareten-Kirche nach Roßfeld eingeladen hat.
Auch mache ich gerne Ausflüge mit, die uns in die nähere und weitere Umgebung führen.
Ich empfinde es nach wie vor als einen großen Vorteil, hier zu leben und bin sehr dankbar dafür.
Gezeichnet Johanna Lang, im November 2011“
Sollten auch Sie Ihre Geschichte erzählen wollen, dürfen Sie uns gerne Ihr Manuskript übermitteln.
Mit den besten Grüßen
Gerold Strobel
1. Bürgermeister

