Schnelles Internet in Bad Rodach
Sicherlich könnte man trefflich darüber diskutieren, ob die Breitbanderschließung zu den Aufgaben der Städte und Gemeinden gehört. Post und Telekommunikation gehörten in früherer Zeit zu den ureigensten Aufgaben des Bundes.
Es darf auch hinterfragt werden, ob die Breitbandrichtlinie des Freistaates Bayern, die ein Breitbandangebot von einem Megabit/s (MB) für Private und drei MB für Gewerbetreibende für ausreichend erachtet, wirklich eine zeit- und zukunftsgerechte Grundversorgung gewährleistet oder nur eine kurzfristige Übergangslösung wäre.
Schließlich stellt sich noch die Frage, ob eine Höchstförderung des Staates an die Städte und Gemeinden von 100.000 Euro, die bei einem Fördersatz von 70 % bereits bei Gesamtkosten von rd. 143.000 Euro erreicht wird, für Flächengemeinden mit vielen Stadt- oder Gemeindeteilen eine angemessene Förderung ist? Man kann auch zu dem Ergebnis kommen, dass es hier zu einer eklatanten Benachteiligung von großflächigen Kommunen kommt. Immerhin sind bei flächengroßen Gemeinden, wie sie die Stadt Bad Rodach mit 78 Quadratkilometer Fläche ist, Gesamtkosten von etwa einer halben Million Euro und damit Eigenmittel in Höhe von etwa 400.000 Euro, keine Seltenheit.
Ungeachtet dieser kritischen Punkte freut sich die Stadt Bad Rodach, das komplizierte und bürokratische Vergabefahren für die Breitbanderschließung der Stadtteile abgeschlossen zu haben und jetzt der Bürgerschaft und der Wirtschaft schnelle Internetanschlüsse ermöglichen zu können. Innerhalb der nächsten zwölf Monate werden alle Stadtteile (noch mit Ausnahme von Carlshan und Lempertshausen) eine gute bis sehr gute Breitbandversorgung erhalten.
Vertragspartner Bad Rodachs wird die der Stadt Coburg gehörende SÜC dacor sein. SÜC dacor hat im Rahmen des Auswahlverfahrens das annehmbarste Angebot abgegeben. Bürgermeister Gerold Strobel und Uwe Meyer, Geschäftsführer der SÜC dacor, wie auch Götz-Ulrich Luttenberger, Geschäftsführer der Städtischen Werke Überlandwerke Coburg GmbH, freuen sich, den Werkvertrag nun abschließen zu können. Vorgesehen ist, ausgehend von dem bereits von Coburg nach Bad Rodach verlegten Glasfaserkabel weitere Glasfaserkabel in das vorhandene Leerrohrnetz der Stadtwerke Bad Rodach einzubringen und so in die einzelnen Stadtteile bis zu den vorhandenen Kabelverzweigern der Telekom zu gelangen. Dort wird auf die einzelnen Telefonhausanschlüsse aufgebunden.
Durch diese Technik kann eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 25 MB gewährleistet werden. Mit zunehmender Entfernung der Grundstücke von den Kabelverzweigern der Telekom wird die Übertragungsrate zwar geringer werden, dennoch wird in fast allen Haushalten eine gute und schnelle Internetverbindung gewährleistet sein.
Geplant ist, unmittelbar mit den Anschlüssen für die Stadtteile Breitenau, Gauerstadt und Niederndorf wegen des dort bestehenden Bedarfs der Gewerbebetriebe zu beginnen. In Sülzfeld und Mährenhausen werden im Zuge der laufenden Kanalbaumaßnahmen gleich „Speedpipes“ bis in die Grundstücke verlegt. Es ist möglich, dann Glasfaserkabel in die einzelnen Grundstücke bis zu den Häusern verlegen zu können. Übertragungsraten bis zu 200 MB werden damit möglich.
Der Ausbau für alle anderen Stadtteile wird im gleichen technischen Verfahren wie in Breitenau, Gauerstadt und Niederndorf bis Ende September 2012 erfolgen. Götz-Ulrich Luttenberger, Uwe Meyer und 1. Bürgermeister Gerold Strobel freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit im Dienste der Bürger und Betriebe.
Gerold Strobel
1. Bürgermeister

